Oberflächenbehandlung von Holzfußböden

In dieser Übersicht wird grundlegend beschrieben, was der Planer und Häuslebauer bei der Auswahl des geeigneten Oberflächenschutzes und deren Anwendung beachten sollte.

1. Versiegelung 

Die Parkettversiegelung schützt die Holzoberfläche vor Verschmutzung und Abnutzung. Moderne Lackversiegelungen sind wasserbasierend und somit schadstoffarm, in der Regel Lösemittelfrei, nicht brennbar und nahezu geruchlos.

Wir unterscheiden zwei Arten von Lackversiegelungen

  • filmbildende (beschichtende)
  • imprägnierende Systeme

Der Übergang zwischen beschichtenden und imprägnierenden Lackarten ist fließend. Versiegelungen unterscheiden sich zudem

  • in der chemischen Zusammensetzung,
  • durch Eigenschaften /Eigenheiten bei Anwendung,
  • in der Glanz- Tiefen- und Farbwirkung,
  • durch di mechanische Resistenz,
  • Eindringungstiefe,
  • Aushärtungszeit,
  • und natürlich auch im Preis. 

Berücksichtige bei der Auswahl der Lackversiegelung, neben den genannten Merkmalen, auch

  • die Holzart und den Bodentyp**,
  • den Verwendungszweck des Raumes und die damit verbundene Beanspruchung des Bodenbelags
  • sowie ökologische Gesichtspunkte, z.B. dass der Lack lösemittelfrei ist, dort wo es vorgeschrieben ist.

**Achtung: Filmbindende Lacke führen bei Dielenböden und Hirnholzpflaster zum Verkleben der einzelnen Elemente untereinander, dies kann bei neu verlegten Böden zu Abrissfugen führen. Deshalb sollte vorab mit dem Verleger geklärt werden ob durch eine Vorbehandlung eine solche Versiegelung dennoch möglich ist. 

Die Haltbarkeit der Lackversiegelung hängt davon ab ob

  • die vom Hersteller angegebenen Trocknungs- und Aushärtungszeiten eingehalten wurden,
  • und natürlich von die regelmäßigen und korrekten Lackpflege.

Stark bzw. besonders stark strapazierte Holzfußböden
Böden in Mehrzweckhallen, Schulen, Gaststätten und Tanzböden sollen nur imprägnierend behandelt werden. Bewährt haben sich spezielle oder verdünnte Polyurethanlacke und Ölkunstharzversiegelungen. 

Versiegelungen von Turnhallen und Spielfeldmarkierungen 
Für die Versiegelung von Turn- und Sporthallenböden dürfen nur sportgerechte Versiegelungslacke, die bezüglich ihrer Gleiteigenschaften DIN 18032 entsprechen, eingesetzt werden. 

Einfärben von Holzböden 
Sollen Holzböden eingefärbt werden, z.B. für Spielfeldmarkierungen, müssen die verwendeten Materialien bzgl. ihrer Verträglichkeit untereinander abgestimmt werden.


Arbeitsanleitung

Nach dem letzten Schleifgang sollte der Boden sehr gründlich gesaugt und nur mehr mit sauberen Schuhen betreten werden, dann kann man die Oberfläche versiegeln. Der Versiegelungslack trägt man mit einer sattgetränkten Rolle oder Streichbürste gleichmäßig auf, sodass auf einen Quadratmeter Boden etwa 120 g Lack kommen.

Mit der Versiegelung beginnt man auf der Seite wo das Licht einfällt, so kann man eventuelle Fehlstellen sofort beheben. Man arbeitet in 1,5 m breiten Streifen die gesamte Raumbreite entlang. Nach zwei Stunden Trocknungszeit, während dessen muss die Oberfläche vor Staub geschützt werden, können Holzfasern aufstehen und die Oberfläche rau werden. In diesem Fall sollte ein Zwischenschliff gemacht werden. Hierfür verwendet man eine Handschwingschleifmaschine mit 120er Körnung.

Den Schleifstaub nach dem Zwischenschliff absaugen, dann erfolgt der zweite Versiegelungsauftrag ebenso wie beim ersten Auftrag. Möchte man eine besonders widerstandsfähige Holzoberfläche bekommen, kann ein dritter Auftrag durchgeführt werden. Dazu muss auch der zweite Auftrag trocken sein. Auch hier muss die Oberfläche leicht angeschliffen und vom Schleifstaub befreit werden (absaugen).

Direkte Sonneneinstrahlung sollte während der Versiegelung vermieden werden, weil es ansonsten zu Blasenbildung kommen kann. Der Lack trocknet schneller in einem gut belüfteten Raum, doch Vorsicht wenn von außen über Luftzug Staub eintreten kann.

Nach der Versiegelung muss die Oberfläche eine Woche geschont werden, denn so lange benötigt der Lack bis er den endgültige Härtegrad erreicht hat. Erst danach sollten Möbel, Teppichläufer usw. ausgelegt werden.

Zu beachten: Die Lebensdauer der Lackversiegelung ist von dessen Eigenverschleißfestigkeit und der aufgetragene Schichtstärke abhängig, aber auch von der Pflege und Reinigung.
 

2. Öl- und Wachsbehandlung

Eine andere Art seinen Bodenbelag zu behandeln ist das "Ölen" oder "Wachsen". Moderne Ölkombinationen sind bei der Verarbeitung nahezu geruchsneutral und enthalten in der Regel keine Lösungsmittel. Die offenporige Oberfläche lässt den Holzboden Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben und beeinflusst damit das Raumklima positiv. Geölte und gewachste Oberflächen lassen sich, im Gegensatz zu versiegelten, leicht ausbessern. Der Pflegeaufwand ist jedoch etwas größer als bei lackierten Flächen. 

Zu beachten:  Durch das Ölen verändert sich bei hellen Hölzern (wie z.B. Ahorn, Birke, Buche, Esche) die Farbe. Machen Sie sich daher vorher Probestücke.


Holzfußböden reinigen und pflegen

Ist die Oberflächenbehandlung erfolgt sollte der Parkettleger den Kunden über Reinigung und Pflege des Fußbodens informieren.

Die richtige Pflege von behandelten Holzbodenoberflächen besteht aus 

  • Reinigung und 
  • Pflege. 

Die Reinigung und Pflege des Bodens sollten aufeinander abgestimmt sein, denn die Häufigkeit der Reinigung und des Pflegeaufwandes ist immer abhängig 

  • vom Objekt und dessen der Zweck, 
  • der Häufigkeit der Frequentierung und 
  • dem Schmutz, der entsprechend anfällt.

Lackierte Oberfläche
Generell unterliegt eine Versiegelung (Lackierung) immer einem natürlichen Verschleiß. Je nach Nutzung ist daher eine systematische und regelmäßige Reinigung und Pflege nötig. Hierfür sind geeignete Reinigungs- und Pflegemittel zu verwenden, die vom Hersteller empfohlen bzw. freigegeben sind.

Geölte Oberfläche
Nach der Verlegung und vor der Benutzung des Bodenbelags erfolgt bei geölten Fußböden in der Regel eine Ersteinpflege mit einem Pflegeöl. Frühestens 2 Tage später der Boden dann begangen werden, er muss aber noch aushärten. Dies kann auch mehrere Tage dauern. Bei starker Frequentierung sollte daher noch einige Tage abgewartet werden. Je mehr der Boden in den ersten 14 Tagen geschont wird, desto länger wird die Oberflächenbehandlung halten. Auch mit einer Reinigung mit Wasser sollten etwa 14 Tage abgewartet werden. Möbel bis dahin nicht verschieben und noch keine Teppiche auslegen. Zur Werterhaltung des Bodens empfehlen wir geeignete Reinigungs- und Pflegemittel.

Zu beachten: Sand wirkt bei Holzböden wie Schleifpapier und sollte immer sofort entfernt werden. Ein sinnvoller Schutz vor Schmutz, Sand und Feuchtigkeit sind gute Schmutzfangmatten im Eingangsbereich (Bürstenabstreifer, Kokosfaser, Abstreifmatten, usw.).

Fugenbildung
Entscheidenden Einfluss auf die optische Beschaffenheit aller Holzfußböden hat das Raumklima. Das Klima im Raum hat eine entscheidende Einfluss auf den Holzboden. Eine Temperatur von (20° +- 2)°C und eine relative Luftfeuchte von (50 +- 5) % wird empfohlen, damit die Holzelemente stabil bleiben. Fugenbildung ist vor allem in der Heizperiode kaum zu vermeiden; hier können Raumluftbefeuchter wertvoll sein. In den Sommermonaten bilden sich Fugen in der Regel wieder zurück.